Große Pläne mit dem „Beverland“

Dirk Boll stellt langfristiges Tourismuskonzept vor


Ostbevern: Hat es so etwas in der Bevergemeinde schon gegeben? – Im Umwelt- und Planungsausschuss folgte auf die Einwohnerfragestunde, die traditionell am Anfang jeder Sitzung steht, wenig später eine weitere. Auslöser dafür war ein langfristiges Tourismuskonzept, das Inhaber Dirk Boll für den Hof Beverland und das Landhotel Beverland vorstellte.

Am Anfang jeder Ausschuss- und Ratssitzung gibt es eine Einwohnerfragestunde. Das ist seit vielen Jahren so, und war es auch am Dienstagabend im Umwelt- und Planungsausschuss. Keiner fragte. Im weiteren Verlauf der Sitzung meldeten sich Bürger zu Wort. Zu spät. Eigentlich. Hätten nicht Julius Gülker (FDP) und dessen Fraktionskollege Dr. Meinrad Aichner angeregt, eine erneute Fragestunde zuzulassen. Diesem Novum stimmten die übrigen Ausschussmitglieder zu.

Der Grund für das Interesse der Ostbeverner hieß „Beverland“, Adressat der meisten Fragen war Dirk Boll, Inhaber des denkmalgeschützten ehemaligen Kaseinwerks und heutigen Landhotels am Bahnhof. Das, der dazugehörige Hof Beverland und das Areal rundum sollen im Regionalplan als „Allgemeiner Siedlungsbereich, Freizeiteinrichtung“ ausgewiesen werden. Boll stellte ein langfristig ausgelegtes Tourismuskonzept vor.

Erste Ziele seien die Errichtung eines Kunstwerkes im Wendekreisel vor dem Hotel, die Erweiterung der Parkfläche um 60 bis 70 Plätze, der Bau eines „Flying Fox“ – einer Seilbahnanlage – vom Hotel zur Remise sowie eines Gewächshauses für den Anbau von eigenem Gemüse. Auch eine Aufstockung des Hotels über der Lobby sei geplant, so Dirk Boll. Darüber hinaus sollten die Freizeitaktivitäten um den Hof Beverland konzentriert werden. Auf den Freiflächen sollen Bauern-, Frisbee- und Fußballgolf sowie Eisstockschießen angeboten sowie eine Remise als Schlechtwetterunterstand, eine Streuobstwiese und eine Weihnachtsbaumschonung angelegt werden. Im Bereich des Hofes Wiegert seien der Bau eines Rinderstalles und einer Scheune für die Landwirtschaft vorgesehen.

„Visionen für die nächsten Jahre“, so Boll, seien es, alle Standorte an die öffentlichen Ver- und Entsorgungsnetze anzuschließen, eine neue Zufahrtsstraße anzulegen, durch „kleingliedrige Baumaßnahmen am Landhotel“ die Zimmerzahl um etwa 40 auf insgesamt 100 zu vergrößern und weitere Tagungs- sowie Veranstaltungsräume zu schaffen. Das Outdoor-Gelände solle erweitert werden.

Wie Dirk Boll versicherte, habe er auf Beschwerden von Anwohnern in der Vergangenheit reagiert. So werde jede Boßelgruppe von zwei Betreuern begleitet, die auf gebührliches Verhalten und darauf achten sollten, dass Gäste nicht in Grünanlagen urinierten. Das Personal werde im Umgang mit den Gästen geschult, und diese würden auf die Einhaltung entsprechender Umgangsformen hingewiesen. Um Lärm nach 22 Uhr zu vermeiden, sei das Rauchen nur im Innenhof vorgesehen. Zudem sei der vordere Hoteleingang durch eine weitere Tür in einen Windfang umgewandelt worden, sodass beim Ein- und Ausgang weniger Geräusche aus der Lobby nach draußen dringen könnten.

Zahlreiche Bürger nutzten trotz der ausführlichen Schilderungen Bolls die Gelegenheit einer zweiten Einwohnerfragestunde, um nachzuhaken oder auf noch bestehende Unannehmlichkeiten hinzuweisen.

Hans-Ulrich Lunkebein (Grüne) zog ein Fazit: „Bei einer Informationsveranstaltung vor einiger Zeit bei Nuyken war ich Dirk Boll und seinen Vorhaben gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Inzwischen hat er vieles weitgehend auf eigene Kosten abgearbeitet und ist weiter um Lösungen bemüht. Das sollten wir anerkennen.“

 

Quelle: Westfälische Nachrichten, Sigmar Teuber

Schlafen im Wohnwagen und mit Hotelservice – auch das geht im Landhotel „Beverland“. In derzeit 62 Themenzimmern finden die Gäste zurzeit adäquate Unterkünfte. Langfristig will Inhaber Dirk Boll sein Kontingent auf 100 Zimmer aufstocken.