Virtuoses Spiel auf zerbrechlichen Instrumenten


Ostbevern - Durch persönlichen Kontakt mit der Familie Kudratov und eher zufällig und ungeplant, im Anschluss an eine europäische Konzerttournee, weilte ein Musikvirtuose der besonderen Art in der Bevergemeinde: Timofej Vinkovskij mit seinem außergewöhnlichen Instrument, der Glasharmonika. Diese geht in ihren Ursprüngen ins 15. Jahrhundert zurück, wurde aber erst 1761 durch Benjamin Franklin richtig populär. Der Spieler erzeugt die Töne durch Reiben des Glasrandes mit angefeuchteten Fingern.

Das bekannteste klassische Konzert für dieses Instrument hat sicher Wolfgang Amadeus Mozart geschrieben, der begeistert vom Spiel der Gattin eines einflussreichen Musikverlegers war.

Timofej Vinkovskij wurde in Altaj, Sibirien, in eine musikalische Familie geboren. Mit fünf Jahren begann er Klavier zu spielen, und im Alter von zehn Jahren gewann er seinen ersten Musikwettbewerb. Am Novosibirischen Konservatorium wurde ihm daraufhin ein Platz in einem angeschlossenen Musikinternat angeboten. Wer ein wenig Kenntnis von der russischen Musikausbildung hat, weiß, wie intensiv und hoch qualifiziert solche Schulen sind. Gleichzeitig sagt Vinkovskij, dass die Ausbildung mit ihrem harten Drill recht schwierig für seine sensible Kinderseele war.

Die Beziehung des Pianisten zur Glasharmonika begann eher zufällig. Heute ist der Musiker, der normalerweise mit seinem Trio „Crystal Harmony“ auftritt, einer der renommiertesten Glasharmonikaspieler und lobt die deutschen Glasbläser als die besten ihres Fachs. Jedes Glas wird extra angefertigt und so manches, das den richtigen Ton nicht trifft, taugt nicht zur Musik.

Timofej Vinkovskij spielte am Montag vor ausgewählten Schülern des Gymnasiums Johanneum und am Dienstagabend im Hof Beverland. Dieses Konzert wurde dank des Einsatzes der Gastgeberin Irina Volnych und des Organisators Thomas Gabriel vom Kulturforum kurzfristig durchgeführt. Auf dem Programm standen Originalkompositionen und Bearbeitungen der Klassiker Bach, Mozart, Tschaikowsky  bis hin zu den Beatles.

Dass trotz der kurzfristigen Terminierung etwa 70 Zuschauer kamen, spricht für eine spätere gezielte Einladung des Künstlers.

Quelle: Westfälische Nachrichten