Schmuckstück am Bahnhof

Was sich Dirk Boll vornimmt, gelingt ihm meistens auch.


Ostbevern. Was sich Dirk Boll vornimmt, gelingt ihm meistens auch. Deshalb ist es durchaus vorstellbar, dass er in seinem neuen Landhotel „Hof Beverland“ schon bald sogar Vollbelegung in der Woche vermelden kann. An den Wochenenden ist bereits jetzt bis mindestens Weihnachten kein Zimmer mehr frei. Und selbst an Wochentagen ist der Unternehmer nach eigenen Angaben derzeit zu 50 Prozent ausgebucht. „Bis zur Vollbelegung ist es noch ein harter Weg. Aber da wollen wir hin“, gab sich Boll gestern Nachmittag optimistisch, als er sein neues Schmuckstück am Bahnhof der Öffentlichkeit präsentierte.

Zwar ist bis jetzt erst der erste von zwei Bauabschnitten abgeschlossen. Das Herz des Hotels mit dem großen Tagungsraum, der Lobby und dem beeindruckend hergerichteten Restaurant „Kaseinwerk“ sowie zwei Gästehäusern steht aber bereits. Mit 26 Zimmern nimmt das Hotel den Betrieb auf. Im zweiten Bauabschnitt wird die Zahl bis Mai 2009 auf 62 erhöht. „Dann sind wir das größte Hotel im Kreis Warendorf“, so Dirk Boll, der zurecht ein bisschen Stolz darauf ist.

Was aus der ehemaligen Ruine Kaseinwerk geworden ist, die fast 30 Jahre keinen Käufer fand und auf deren Gelände zwischenzeitlich 45 000 Autoreifen lagerten, ist schon erstaunlich. Beim Bau des Hotelkomplexes wurde die Ästhetik eines Industriedenkmals mit den Stilelementen eines westfälischen Speichers verknüpft.

Doch nicht nur diese besondere Atmosphäre kommt offenbar gut an. Auch die Idee, individuelle Themenzimmer zu gestalten, ist „voll eingeschlagen“, wie Stephan Leuker bestätigte, der die Besucher gestern durch das Hotel führte. Ein Bett im Bierfass, das Übernachten im Mini Cooper und ein als Pokerraum gestaltetes Gästezimmer sind nur ein paar der Ideen, die sich die neugierigen Besucher gestern endlich einmal in natura ansehen konnten.

Dass den Machern demnächst nichts mehr einfallen könnte, ist eher unwahrscheinlich. „Es ist erstaunlich, wie viele Ideen für ein Themenzimmer einem bei einer Flasche Wein kommen“, so Leuker lachend.

Dass aus dem ehemaligen Kaseinwerk am Bahnhof jetzt ein Hotel geworden ist, daran hatten auch die Autoreifen, die dort gelagert wurden und die niemand entsorgen wollte, ihren Anteil. „Ohne die wäre das Gelände sicher schon längst verkauft gewesen. Ich stehe den Autoreifen also recht positiv gegenüber“, gab Boll schmunzelnd zu.
 
Quelle: Westfälische Nachrichten (Telgte), Henning Tillmann